30 Jahre HKN

Drei Jahrzehnte ist es her, als die beiden Studenten Sandra Nöchel und Lutz Knabenreich in Duisburg ein (sogenanntes) Internet-Unternehmen gründeten. Das waren in den 90ern die Anfänge der HKN. Gestartet als GbR ist sie inzwischen eine GmbH mit Sitz in Krefeld-Uerdingen.

Sie feiert ihr 30-jähriges und lässt uns ein wenig hinter die Kulissen schauen. Mitbegründerin und Geschäftsführerin Sandra Nöchel beantwortet ein paar Fragen im Interview mit Ute Schmeiser (Schmeiser Marketing). Ute unterstützt als externe Marketingabteilung seit knapp 10 Jahren das Unternehmen, u.a. mit Schulungen, Texten und der Abwicklung des regelmäßigen Kunden-Newsletters. Viel Spaß bei der Lektüre.

UteHallo Sandra, schön, dass Du Dir Zeit nimmst für ein paar Fragen. Erzähl uns doch erstmal, aus welcher Situation heraus kam es 1996 zur Gründung der HKN?

SandraWir, d.h. Lutz und ich, waren damals Studenten und wohnten im Dachgeschoss in Duisburg. Wir interessierten uns beide für Computer und das Internet war noch neu, vielversprechend und spannend. Also haben wir eine Internetfirma gegründet. Im Bekanntenkreis hatten wir davon gehört und als Informatikstudentin fand ich das faszinierend. Tatsächlich haben wir auf Windows gegründet (lacht). Das hat sich aber sehr schnell geändert.

Zuerst war alles unter einem Dach (wortwörtlich), inkl. kleinem Serverraum. Wir starteten als Internetprovider. Damals waren wir beide noch ohne Verpflichtungen und daher war das relativ gut machbar neben dem Studium. Im Laufe der Zeit wuchs unser Unternehmen, mit weiteren Computern, einem zweiten Serverraum. Zuerst hatten wir noch unsere Studentenjobs, dann stieg Lutz Vollzeit ein. Ich hab noch etwas länger weiterstudiert. Als wir dann einen großen Kunden gewonnen hatten, konnte ich Vollzeit einsteigen. Am Anfang hab ich da tatsächlich noch an den Servern und Netzwerken rumgeschraubt, obwohl mir das Kaufmännische viel mehr liegt.

UteMoment, euer Angebot basiert ja fast ausschließlich auf Produkte aus der Open-Source-Welt. Wie passt da Windows rein?

SandraStimmt. Tatsächlich haben wir unseren Anspruch an Freiheit und Unabhängigkeit schnell bei den Open-Source-Angeboten verwirklicht gesehen. Daher hat sich das schon früh wieder geändert und wir sind auf Linux gewechselt – bis heute.

UteWorauf bist Du oder seid ihr in den letzten 30 Jahren besonders stolz?

SandraDass es uns noch gibt! Wir haben uns zwar schon mehrfach neu erfunden, aber der Kern ist geblieben. Auch bei uns ist es so, dass manche Geschäftsmodelle nicht funktionierten, darauf haben wir zügig reagiert. Z.B. hatten wir mal Voice over IP angeboten. Das war es aber nicht. Außerdem wollten wir viel stärker den Faktor Mensch integrieren und keine rein technischen Services anbieten.

Entsprechend suchten wir unsere Produkte aus und haben da, zum Glück, nie komplett auf ein falsches Pferd gesetzt. Da sind wir stolz drauf. Wir sind gesund gewachsen, im Gegensatz zu vielen anderen, die es nicht geschafft haben.

UteWas war denn so ein Highlight in den 30 Jahren?

SandraNeben dem großen Kunden in den Anfangsjahren war es sicherlich auch die Umwandlung von einer GbR in eine GmbH. Auch ein Ausflug mit dem ganzen Team damals ins Disneyland im Zuge der GmbH-Gründung war ein Highlight. Der Umzug unseres Rechenzentrums nach Düsseldorf war eine schöne Sache. Solche Meilensteine gibt es immer wieder. So freue ich mich jedes Jahr auf die Events wie das Cloudfest. Das ist inzwischen wie ein Familientreffen.

UteGibt es eine Entscheidung, die ihr getroffen habt, die ihr nicht mehr so treffen würdet?

SandraNein, wir haben immer recht schnell gemerkt, wenn etwas nicht funktioniert. Dafür muss man auch selbstkritisch sein und frühzeitig hinschauen. Und den Mut haben, die Konsequenz zu ziehen. Damit sind wir immer gut gefahren.

UteWie ist eure Kundenstruktur?

SandraZu Anfang war da dieser große Kunde, für den wir fast alle Ressourcen benötigt haben. Zum Glück ist das schon lange nicht mehr so. So ein Ankerkunde ist gefährlich. Bricht er weg, kann das das Ende eines Unternehmens sein. Man muss wirklich darauf achten, sich breiter aufzustellen. Heute sind wir vor allem im öffentlichen Bereich richtig stark, was nochmal andere Herausforderungen an Datensicherheit und -souveränität darstellt. Aber genau das passt zu uns.

UteGibt es etwas, was Dir am Herzen liegt, was Du Dir von Unternehmen in Deutschland wünschst?

SandraDas Thema, das uns ja tagtäglich umtreibt, Datensouveränität! Mein Wunsch wäre es, dass das Thema von Firmen und von der Politik ernster genommen wird. Es sagen zwar alle, dass es fürchterlich wichtig ist. Wenn es aber um konkrete Entscheidungen geht, werden diese zugunsten der üblichen Partner gefällt. Hier findet zu viel Diskussion statt und zu wenig konsequentes Handeln. Sicherlich ist das manchmal nur Bequemlichkeit, aber die können wir uns (eigentlich) nicht mehr leisten.

UteWir werfen zusammen einen Blick in die Zukunft. Wo glaubst Du, befindet sich die HKN im Sommer 2031, also in fünf Jahren?

SandraIch hoffe, dass wir weiterhin so ein glückliches Händchen haben und die Entwicklung am Markt richtig einschätzen und entsprechend mitgehen. Das Team haben wir verstärkt und im Moment würde ich schätzen, dass wir unser Geschäft als Anbieter von datensouveränen KI-Lösungen erfolgreich aufgebaut haben.

Aber natürlich verändert sich jeden Tag sehr viel und fünf Jahre sind ein langer Zeitraum in unserer Branche. Leider habe ich keine Glaskugel, lass uns für Sommer 31 hier wieder verabreden.

UteSehr gern, Sandra. Kannst Du mir zum Schluss in einem Satz sagen, wofür die HKN steht – damals wie heute?

SandraWir haben als HKN immer gesagt, wir sind vor allen Dingen ein serviceorientiertes Unternehmen. Wir verkaufen nicht über den Preis, wir verkaufen über den Service. Kunden, die eh alles in der Cloud selber machen können, die gehen dann vielleicht zu irgendeinem Provider, wo sie nicht anrufen können, das aber auch nicht wollen.

Unser Fokus liegt auf gutem Service und guter Beratung. Genauso würden wir nie Daten unserer Kunden verkaufen. Kurz gesagt zeichnet unsere Arbeitsphilosophie aus: der Servicegedanke, die Datensicherheit und Datensouveränität.

UteLieben Dank, Sandra, und wir sehen uns 2031!