Heute einmal ein Artikel, bei dem es nicht um Digitalisierung geht. Für die meisten unserer Kunden besteht die HKN nicht aus einem Rechenzentrum und vServern, sondern aus Torsten, Stefan, Alex, Lutz usw. Also aus den Menschen, die hier arbeiten. Diese Menschen haben natürlich Familien, und für die Menschen mit ihren Familien und auch durch die Menschen mit ihren Familien existiert die HKN.

Außerdem unterstützen wir hin und wieder soziale Aktionen und Vereine. Durch die Unterstützung der „Heimatsucher“ konnten wir jetzt zum ersten Mal unsere Begeisterung für „unsere“ Kinder und unser soziales Engagement zusammenbringen. Die Heimatsucher waren nämlich bei der Grundschule eines unserer Kinder und ich habe mir das angeschaut.

Ein schweres Thema kindgerecht verpackt

Das Anliegen der Heimatsucher ist es, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht mit den letzten Schoah-Überlebenden ausstirbt. Daher interviewen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins die letzten Überlebenden auf der ganzen Welt und gehen mit den Interviews und ihren Eindrücken in die Schulen. In diesem Fall in die 4. Klasse der Lindenschule in Budberg. Alle Schüler saßen zu Beginn des Tages in einem großen Gesprächskreis und einer der Schüler war ich. 😉

Zu beginn hat Vanessa Eisenhardt von den Heimatsuchern erst einmal hinterfragt, was die Kinder über das Dritte Reich und Hitler wussten. Das war überraschend viel. Dann hat sie das Gespräch langsam in die Richtug der Judenverfolgung gelenkt und dabei immer wieder Bezug auf einen Mann genommen,  den sie persönlich kennt. Sie erzählte, wie Israel als 13-jähriger Junge mit seinen 11- und 9-jährigen Cousins durch ganz Frankreich vor den Nazis geflohen ist. Sehr aktuell und bewegend wurde es, als ein Kind fragte, warum nicht alle Juden vor den Nazis geflohen seien. Die Antwort war, dass die Nachbarländer keine Flüchtlinge mehr aufgenommen hatten. Daraufhin meldete sich ein Flüchtlingskind aus der Klasse und erzählte, dass er auch mit seinen kleinen Geschwistern vor Terroristen aus dem Irak geflohen sei und er sehr froh sei, dass er aufgenommen wurde. Für mich als Erwachsener war das ein Gänsehautmoment.

Schulgong – auf in die große Pause

Dann waren die ersten zwei Stunden auch schon rum. Nach der Pause bekamen die Kinder dann Aufgaben. Sie sollten Interviews lesen und Fragen beantworten. Die Antworten trugen sie in ihren „Zweitzeugen-Pass“ ein. Das ist nämlich die Idee der Heimatsucher. Die Kinder sollen zu Zweitzeugen ausgebildet werden, die die Erinnerungen der Zeitzeugen weiter tragen. Zu meiner Überraschung liefen diese Gruppenarbeiten schnell und konzentriert ab. Anschließend erzählten die Kinder über die Zeitzeugen, die sie in dem Interview kennengelernt hatten.

Zum Abschluss durften die Kinder noch Briefe an „ihre“ Zeitzeugen schreiben. Alle taten das und viele schrieben auch noch weiter, als der Gong schon die nächste Pause eingeläutet hatte.

Was vom Tag über blieb

Ich war auf jeden Fall schwer beeindruckt. Die Kinder hatten alle eine wahnsinnige Empathie für die Opfer und Überlebenden entwickelt. Was ich auch toll fand, das Wort „Schuld“ ist nicht einmal gefallen. Am nächsten Tag traf ich einige Eltern im örtlichen Freibad. Sie erzählten mir, dass die Kinder schwer beeindruckt teilweise den ganzen Nachmittag vom Besuch von Frau Eisenhardt erzählt hatten.

Ziel erreicht. 😀

Wenn Du die Heimatsucher gerne an Deiner Schule hättest, findest Du hier alle Informationen!

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